Ankündigung zum ersten Muhammad Iqbal Symposium: Grenzen und Grenzüberschreitungen. Philosophie und Religion im Widerstreit

Das Muhammad Iqbal Symposium ist dem Denken des islamischen Dichterphilosophen Muhammad Iqbal (gest. 1938) gewidmet. Es soll Fachpublikum, Studierenden wie auch Gasthörern die Gelegenheit zu einem intensiven Dialog mit dem reichen Erbe des islamischen Universalgelehrten geben, zu dessen Ehre der Münchner Bildhauer Karl Oppenrieder im Jahre 1968 am Habsburgerplatz in München einen Gedenkstein geschaffen hat.

Da das Werk von Muhammad Iqbal einen expliziten Forschungsschwerpunkt der Professur für Kalām, Islamische Philosophie und Mystik bildet, werden ab 2015 regelmäßig die Muhammad Iqbal Symposien am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) stattfinden. Diese Fachtage dienen nicht nur dem Austausch und der fachlicher Vertiefung, sondern auch um Werkstattberichte über die einzelnen Forschungsarbeiten in Bezug auf das Werk von Muhammad Iqbal zu präsentieren.  Die Auftaktveranstaltung 2015 ehrt zugleich das hundertjährige Jubiläum der Erstveröffentlichung des ersten philosophisch-poetischen Werks des Muhammad Iqbal „Die Geheimnisse des Selbst“ (Asrār-i ḫudī).

Muhammad Iqbal gehört zu den wichtigsten Intellektuellen der islamischen Tradition im 20. Jahrhundert. Seit dem Anbeginn seines intellektuellen Schaffens bestimmt die Frage nach der Religion den archimedischen Punkt seiner Werke. Das viel beachtete Werk von Iqbal ist aber mit Fragen verbunden und verstrickt, die sich nicht nur auf eine Disziplin zurückführen lassen. Der Islam als Religion, seine Genese, soziale und politische Verortung werden bei Iqbal sowohl in philosophischer und spiritueller als auch in existenzieller Hinsicht thematisiert; denn die Philosophie und die Religion verweisen nach dem islamischen Gelehrten auf die Grenze allen menschlichen Erkennens, jedoch sind sie in ihrer jeweiligen Bestimmung stets grenzüberschreitend, ohne sich aber fremd zu werden. Zwischen Ost und West, zwischen der bildreichen Poesie und exakter philosophischer Begrifflichkeit, zwischen theologischer Nüchternheit und der Spiritualität, zwischen dem zitternden Glauben und Zweifel lässt Muhammad Iqbal Fragen entstehen, die erstens in ihrer Originalität kaum zu übertreffen und zweitens von virulenter Bedeutung für unsere Gegenwart sind. Wie lassen sich Philosophie und Religion aus dem Gesamtwerk Muhammad Iqbals bestimmen? Wie lässt sich das Verhältnis der Religion und Philosophie im Islam denken? Handeln sie von demselben Gegenstand? Wie kann die Religion innerhalb der Grenzen der Vernunft bestimmt werden? Dabei sind nicht nur Fragen nach dem Gott-Mensch-Verhältnis von zentraler Bedeutung, sondern auch die Frage nach der Schöpfung. Diesen und weiteren Fragen nachzugehen ist das Ziel der Fachtagung. 

Das Programm der Tagung sowie weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite zur Veranstaltung.

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